KfW Effizienzhaus

Die KfW-Effizienzhaus Förderung - darum geht es

Wer ein Haus bauen will, hat in der Regel nicht das ganze nötige Geld zur Verfügung. Es muss ein Immobilienkredit aufgenommen werden, der den Geldbeutel oft über Jahrzehnte hinweg belastet. Kein Wunder, dass sich Bauinteressenten nach Möglichkeiten umsehen, die finanzielle Belastung zu reduzieren. Seitdem die Energiewende von der Bundesregierung ausgerufen wurde, werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Förderungen vergeben, die Hausbauern helfen sollen, einen der Effizienzhausstandards zu erreichen. Die Anforderungen, die dabei an die Effizienzhäuser gestellt werden, gehen über die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) hinaus.

 

Derzeit werden über das Programm 153 Förderungen für den Bau von KfW-Effizienzhäusern 55, 40 und 40 Plus angeboten.  Sie sollen Bauherren von Wohnhäusern davon überzeugen, möglichst energieeffizient zu bauen und dazu beizutragen, Deutschland dem Erreichen der Klimaziele ein Stück näher zu bringen. Dabei gilt: je kleiner die Kennzahl, desto besser ist die Energieeffizienz und umso höher die KfW-Förderung.

 

Eine KfW-Effizienzhausförderung gliedert sich in zwei Bestandteile:

  • den Kredit und
  • den Tilgungszuschuss. Je hochwertiger das neue Wohnhaus aus energetischer Sicht ist, desto höher fällt der Tilgungszuschuss aus.

Diese Seite soll Sie über die Möglichkeiten der KfW-Effizienzhausförderung umfassend informieren. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit der Frage, ob sich die Zusatzkosten, die mit der Einhaltung der höheren Baustandards zwangsläufig entstehen, über kurz oder lang für Sie auszahlen. Hier werden wir selbstverständlich die Inanspruchnahme der KfW-Förderung entsprechend berücksichtigen.

 

 

So wird aus einem Standard-Einfamilienhaus ein KfW-Effizienzhaus

Auf eine moderne Heizungsanlage kann auf keinen Fall verzichtet werden. Außerdem ist es ohne eine hochgedämmte Fassade nicht möglich, die strengeren KfW-Vorgaben zu erfüllen. Das Eigenheim muss außerdem über dicht schließende und sehr gut gedämmte Fenster und Außentüren verfügen. Da das Haus völlig luftdicht sein muss, damit keine Heizwärme aus dem Haus nach außen dringt, führt kein Weg an einer effektiven Lüftungsanlage vorbei.
Insbesondere hinsichtlich der Möglichkeiten, für Warmwasser und Heizwärme zu sorgen sowie bei der Fassadendämmung, haben Bauherren die Wahl unter mehreren Varianten. Auch hierauf gehen wir in den weiteren Artikeln näher ein.

 

Ein Muss: der Energieberater

Die Einbindung eines unabhängigen Energieberaters ist beim Bau eines KfW-Effizienzhauses unverzichtbar und ausdrücklich von der KfW vorgesehen. Er plant mit dem Bauherrn, mit welchen Mitteln die Standards zu erreichen sind und bestätigt am Ende der Bauphase, dass die technischen Mindestanforderungen eingehalten wurden. Ohne die Stellungnahme des Energieberaters ist ein Kreditantrag bei der KfW nicht möglich.
Die KfW hat die Namen derjenigen Energieberater, die von ihr bevollmächtigt wurden, unter der Adresse www.energie-effizienz-experten.de veröffentlicht.

 

Dieser Personenkreis kann eine Effizienzhausförderung beantragen

Nicht nur Bauherren, die eine Wohnimmobilie errichten, können eine KfW-Förderung beantragen, sondern auch Immobilienkäufer, die die Erstkäufer einer Eigentumswohnung oder eines Eigenheims sind. Die dritte für eine Förderung vorgesehene Gruppe sind Contracting-Geber (Investoren).

 

 

Ihr Weg zur KfW-Förderung

Mithilfe des von Ihnen beauftragten Energieberaters planen Sie Ihr KfW-Effizienzhaus. Er stellt auch die „Online-Bestätigung zum Antrag“ aus, die unbedingt für die Beantragung der KfW-Förderung benötigt wird. Ein Hinweis: Lassen Sie sich hinsichtlich der Fördermöglichkeiten beraten. Es ist in zahlreichen Fällen nicht nur möglich, mehrere KfW-Förderprogramme miteinander zu kombinieren, sondern auch darüber hinaus z. B. Förderungen der Länder oder Kommunen in Anspruch zu nehmen.

Eine KfW-Förderung kann nur dann beantragt werden, wenn die gewünschte Immobilie noch nicht gekauft oder gebaut wurde. Wenden Sie sich also zunächst an ein Kreditinstitut, das die Abwicklung der Förderung vornimmt und für Ihre Rücksprachen zur Verfügung steht. Die KfW stellt zwar die Fördergelder bereit, ist aber nicht Ihr direkter Ansprechpartner. Sobald deren Förderzusage vorliegt, können Sie den Kauf- oder Bauvertrag abschließen.

Nach dem Abschluss der Bauarbeiten stellt Ihnen Ihr Energieberater eine „Bestätigung nach Durchführung“ aus. Sollten Sie die Bauarbeiten über einen Bauträger oder Fertighaushersteller abgewickelt haben, erhalten Sie die Bestätigung von dort.

Wird ein KfW-Effizienzhaus neu errichtet, muss zum Ende der Bauarbeiten außerdem immer ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.

An die Luftdichtheit des Gebäudes werden grundsätzlich keine besonderen Anforderungen gestellt. Eine Ausnahme hiervon besteht, wenn eine Lüftungsanlage installiert und ein reduzierter Luftaustausch im Effizienzhaus-Nachweis angesetzt wurde.
Spätestens neun Monate nach der Auszahlung der gesamten Kreditsumme muss diese Bestätigung über Ihr Kreditinstitut der KfW vorgelegt werden.

 

Hinweis: Die KfW-Förderung bezieht sich nur auf die Kosten, die für die Errichtung des Hauses anfallen, nicht aber auf die Grundstückskosten!

 

 

Werden auch Passivhäuser von der KfW gefördert?

An Passivhäuser werden grundsätzlich völlig andere Anforderungen als an KfW-Effizienzhäuser gestellt, die vom Passivhausinstitut Darmstadt definiert worden sind. Demnach gelten alle Gebäude als Passivhäuser, die pro Quadratmeter und Jahr einen Heizwärmebedarf haben, der bei höchstens 15 Kilowattstunden liegt. Das entspricht dem Energiegehalt von ca. 1 ½ Litern Heizöl. Darüber hinaus darf der Primärenergiebedarf eines Passivhauses höchstens 120 kWh/(m2a) betragen. 
Der Energiebedarf dieses Haustyps wird zum größten Teil aus „passiven“ Energiequellen wie z. B. der Sonnenstrahlung, der menschlichen Körperwärme oder der Abwärme von Geräten gedeckt. Um dies zu erreichen, kommen auch diese Häuser nicht ohne eine Wärmedämmung der Außenmauern, des Daches sowie der Fenster und Außentüren aus. Die Frischluftzufuhr wird in der Regel durch eine Lüftungsanlage gewährleistet.

Die Kategorie der Passivhäuser gibt es im Förderprogramm der KfW zwar nicht mehr, sofern sie jedoch die Kriterien, die zum Erreichen einer der KfW-Effizienzhausstandards nötig sind, umsetzen, ist eine entsprechende Förderung kein Problem.

 

 

Einige Begrifflichkeiten kurz erklärt

In allen nachfolgenden Artikeln über die einzelnen KfW-Effizienzhäuser werden Begriffe verwendet, die ohne Vorkenntnisse möglicherweise zunächst unklar sind. Damit unsere Texte verständlich sind, haben wir alle Begriffe, die mit *) markiert sind, separat erklärt. Sie finden sie unter dem Reiter „Glossar“.